GANZHEITLICHE PSYCHOTHERAPIE

Ganzheitliche Psychotherapie ist potential- und wachstumsorientiert und wendet sich an den Menschen als untrennbare Einheit aus Leib, Seele und Geist. Sie ist eine Einladung zu Selbst-Erkenntnis und schöpferischer Lebensbewältigung. Seelengeschehen und Beziehungen sowie deren Krisen werden in einem über das Persönliche hinausgehenden Sinn-und Seinszusammenhang betrachtet.

Neben dem therapeutischen Gespräch können körperorientierte und kreative Verfahren sowie Achtsamkeitsübungen und Meditationen integriert werden. Die Grundlage bildet der humanistisch-transpersonale Ansatz der Psychologie und Psychotherapie.

Humanistische Psychologie und Psychotherapie

Humanistische Psychologie und Psychotherapie geht davon aus, dass jeder Mensch in sich die natürliche Anlage und Neigung zu einem authentischen, selbstbestimmten und schöpferischen Leben im Gleichgewicht trägt.

Nach dem humanistischen Menschenbild hängen psychische Störungen wesentlich mit dem Konflikt zwischen dem, was man gerne wäre oder meint sein zu müssen („Ideal-Selbst“), und dem, was man ist („Real-Selbst“), zusammen. So entstehen Blockaden und Spannungsfelder, die das System schließlich so ins Ungleichgewicht bringen können, dass psychische oder psychosomatische Symptome die Folge sein können.

Der humanistische Ansatz der Psychotherapie ist stark erfahrungorientiert. Humanistische Psychotherapien wollen daher die Bereitschaft und den Mut wecken, sich auf die unmittelbare Erfahrung einzulassen, die gerade jetzt gemacht werden kann. Sie bieten Methoden, die diesen Prozess wirkungsvoll unterstützen können.

Erfahrung ist für mich die höchste Autorität.
Carl Ransom Rogers, Begründer der Gesprächspsychotherapie

Humanistische Psychotherapie lädt den Menschen dazu ein, sich selbst (auch die so genannten Schattenseiten) anzunehmen, und unterstützt dabei, den Zugang zu den eigenen Potentialen (wieder-) herzustellen. Die Aufgabe des Therapeuten besteht darin, den Klienten in seiner Individualität an- und wahrzunehmen und ihm in wertschätzender, mitfühlender und authentischer Weise zu begegnen. Im therapeutischen Prozess geht es nicht darum, den Klienten durch zielgerichtete Veränderung in eine bestimmte, vorgegebene Richtung zu bewegen. Vielmehr will humanistische Psychotherapie den Menschen in der Erkenntnis und Akzeptanz seiner Einzigartigkeit unterstützen, die auch die Voraussetzung gelingender Beziehungen ist. Das für diese Webseite geschaffene Motto soll dies zum Ausdruck bringen: „Lebe dein Leben – Sonst lebt es keiner“.

Veränderungen finden von allein statt. Wenn wir tiefer in das eindringen, was wir sind, wenn wir akzeptieren, was da ist, kommen die Veränderungen von allein.
Fritz Perls, Begründer der Gestalttherapie

Humanistische Psychotherapien beziehen sich, anders als z.B. die Psychoanalyse, nicht auf mögliche frühkindliche oder andere lebensgeschichtliche Ursachen eines Problems oder einer Symptomatik, sondern nehmen ihren Ausgangspunkt in der Gegenwart, im Jetzt. Die Fähigkeit, immer mehr im Jetzt zu sein (statt in den Vorstellungen von Vergangenheit oder Zukunft) wird als ganz wesentlich für die Auflösung von Blockaden und Störungen und die Gestaltung eines selbstbestimmten und schöpferischen Lebens betrachtet.

Die Fähigkeit, im gegenwärtigen Moment zu sein,
ist ein wesentlicher Bestandteil seelischen Wohlbefindens.
Abraham Maslow, einer der Begründer der Humanistischen Psychologie

Transpersonale Psychologie und Psychotherapie

Transpersonal heißt „das Persönliche überschreitend“ oder „über das Persönliche hinausgehend“. Transpersonale Psychologie befasst sich daher, wie die übrigen Zweige der Psychologie, mit den psychischen Prozessen und Beziehungen des Menschen, doch betrachtet diese in einem überpersönlichen Sinn- oder Seinszusammenhang. Insofern weitet der transpersonale Ansatz die Psychologie in Räume der Seinserfahrung, die traditionell eher mit Religion, Spiritualität und Weisheitslehren in Verbindung gebracht werden. Dies allerdings ohne Bindung an religiöse Dogmen oder Glaubensvorstellungen. Die transpersonale Psychologie betont vielmehr die unmittelbare Erfahrung, die sich gerade erst jenseits einschränkender Glaubenskonzepte entfalten kann.

Die Welt, in der wir leben, ist nicht das Jammertal, das uns von den Gipfeln des Göttlichen fernhält, sondern die Brücke, die uns mit ihm verbindet.
Karlfried Graf Dürckheim, einer der Begründer der
Transpersonalen Psychologie und Psychotherapie

Transpersonale Psychologie geht davon aus, dass der Mensch sich als Wesen erfahren kann, das sehr viel größer und weiter ist, als es die engen Grenzen der Person und der persönlichen Existenz nahezulegen scheinen. Zugleich wird die persönliche Existenz als die Seinsebene betrachtet, in der das Leben als Herausforderung anzunehmen ist. Persönliche Themen werden also keineswegs ignoriert oder in ihrer Bedeutung gering geschätzt. Die Wechselwirkung zwischen transzendenter Erfahrung und alltäglicher Existenz hat daher eine wichtige Bedeutung in der transpersonalen Psychologie und Psychotherapie.

Die transpersonale Psychologie entwickelte sich über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten und ist mit Namen wie Karlfried Graf Dürckheim, Roberto Assagioli, Stanislav Grof, Abraham Maslow und Viktor Frankl verbunden.

Transpersonale Psychotherapie verbindet psychotherapeutische Methoden vor allem der Humanistischen Psychotherapie mit Praktiken westlicher und östlicher Weisheitslehren (u.a. verschiedene Wege der Meditation). Sie ist stark erfahrungsorientiert und ermöglicht, das Potential für Lernen und Wachstum auch in schwierigen Lebenssituationen zu erkennen. Zugleich eröffnet sie Wege, mit denen ein tiefes Angenommen- und Geborgensein jenseits persönlicher Lebensumstände erfahren werden kann. So wächst dem Menschen in der Krise die Kraft zu, die Herausforderung als Chance anzunehmen.