HÄUFIGE FRAGEN (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen einem Heilpraktiker für Psychotherapie, einem psychologischen Psychotherapeuten und einem ärztlichen Psychotherapeuten?

Psychologische Psychotherapeuten sind in das Arztregister eingetragene Psychotherapeuten, die nach einem abgeschlossenen Studium der Psychologie eine psychotherapeutische Ausbildung in einem für die Approbation als psychologischer Psychotherapeut zugelassenen psychotherapeutischen Verfahren abgeschlossen haben. Zugelassene Verfahren sind Psychoanalyse, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Verhaltenstherapie. Psychologische Psychotherapeuten dürfen, anders als Ärzte, keine Medikamente verordnen.

Ärztliche Psychotherapeuten sind Ärzte mit oder ohne Facharztausbildung, die Psychotherapie praktizieren. Sie dürfen auch Medikamente verordnen.

Heilpraktiker für Psychotherapie können, müssen aber nicht Psychologen sein. Psychologen, die keine Approbation als psychologischer Psychotherapeut haben, benötigen die Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, wenn sie Psychotherapie praktizieren wollen. Daher gibt es tatsächlich viele Psychologen unter den Heilpraktikern für Psychotherapie.

Heilpraktiker für Psychotherapie praktizieren in aller Regel Verfahren der Psychotherapie, die nicht zu den drei oben genannten gehören. Für die Ausübung der Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz gibt es gewisse Beschränkungen, die sich aus der sog. Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung ergeben – diese beziehen sich vor allem auf schwerwiegende psychische Erkrankungen, die eine medizinische Behandlung erfordern.

Welche Voraussetzungen muss ein Heilpraktiker für Psychotherapie erfüllen?

Um die Erlaubnis zur Ausübung der Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz zu erhalten, muss vor dem zuständigen Gesundheitsamt eine schriftliche und mündliche Prüfung erfolgreich abgelegt werden. In dieser sind umfassende Kenntnisse der Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen und körperlicher Krankheitsbilder, die psychische Symptome hervorrufen können, sowie relevanter rechtlicher Bestimmungen nachzuweisen. 

Psychotherapie ist gesetzlich definiert als eine mittels anerkanntem psychotherapeutischen Verfahren vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung und Linderung von Störungen mit Krankheitswert. In der Prüfung muss daher auch die Befähigung nachgewiesen werden, Patienten entsprechend der Diagnose psychotherapeutisch zu behandeln. Daher sind entsprechende Kenntnisse in einem Psychotherapieverfahren nachzuweisen.

Werden die Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen?

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen nur dann die Kosten der Psychotherapie, wenn diese von einem psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten mit Kossensitz in einem der drei oben genannten psychotherapeutischen Verfahren durchgeführt wird. Auf Antrag kann auch die Psychotherapie bei einem psychologischen Psychotherapeuten ohne Kassensitz bezahlt werden. Es wird immer wieder darüber berichtet, dass im Rahmen dieses Kostenerstattungsverfahrens im Einzelfall auch die Therapie bei einem Heilpraktiker für Psychotherapie übernommen wird. Hierzu führt der Verband Freier Psychotherapeuten (VFP) aus: „Eine Kostenerstattung durch die Krankenkasse für die Behandlung durch einen Heilpraktiker für Psychotherapie wird dann möglich, wenn die Krankenkasse im Rahmen ihres Ermessens eine unaufschiebbare Leistung nicht rechtzeitig erbringen kann oder eine Leistung zu Unrecht abgelehnt und dadurch dem Versicherten für eine selbsterbrachte Leistung Kosten entstanden sind (§ 13 Abs. 3 SGB V). In diesen Ausnahmefällen kann sich auch eine gesetzliche Krankenkasse bereiterklären, nach eingehender Prüfung und vorab erteilter Genehmigung 5 probatorische Sitzungen an einen nicht kassenzugelassenen „Heilpraktiker für Psychotherapie“ (ohne Rechtsanspruch gemäß Sozialgesetzbuch § 27 Abs. 1!) zu erstatten“ (Quelle: http://www.vfp.de/verband/verbandszeitschrift/alle-ausgaben/32-heft-03-2006/206-kostenerstattung-durch-gesetzliche-krankenkassen.html)

Generell aber gilt, dass die Therapie bei einem Heilpraktiker für Psychotherapie momentan noch nicht zum Leistungkatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehört. Ob die Abrechnung über eine evtl. vorhandene private Voll- oder Zusatzversicherung möglich ist, muss im Einzelfall geklärt werden. Einige private Krankenversicherer erstatten zumindest einen Teil der Kosten.

Sind die von Ihnen angewendeten Psychotherapieverfahren wissenschaftlich anerkannt?

In Deutschland wird die formelle wissenschaftliche Anerkennung vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie ausgesprochen. Die Gesprächspsychotherapie wurde von diesem für verschiedene Indikationen wissenschaftlich anerkannt und als Verfahren für die vertiefte Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten empfohlen. Die Hypnotherapie wurde vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie für folgende Indikationen wussenschaftlich anerkannt: Psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten sowie Abhängigkeit und Missbrauch. Das Anerkennungsverfahren für die humanistische Psychotherapie (zu der neben der Gesprächspsychotherapie weitere Verfahren gehören) läuft momentan. Darüber hinaus gibt es natürlich eine wissenschaftliche Anerkennung (auch für weitere Verfahren), wie sie sich aus der Psychotherapie-Forschung und deren Publikationen in Deutschland und weltweit ergibt.